Das andere Ereignis von Bedeutung war der nach 1968 zweite Gewinn des FDGB-Pokals im Kreis. Nachdem Fortuna der TSG in der 1. Runde ein Freilos bescherte und in der darauf folgenden Runde die 2. Mannschaft von Lok Luckau mit 3:1 besiegt wurde, wartete im Halbfinale mit Kreismeister Lok Luckau I ein härterer Brocken. Nach gutem Spiel und Toren von Walter und Rose wurde auch dieser Gegner besiegt und das Finale erreicht.

 

Es folgen Auszüge aus dem Spielbericht, der in der Lausitzer Rundschau am 21. mai 1980 erschien:

 

Entscheidung in der Verlängerung

 

Im Finale des FDGB-Pokals standen sich die BSG Traktor Kemlitz und die TSG Golßen gegenüber. Für die Kemlitzer begann das Spiel recht verheißungsvoll. Schon nach 15 Minuten gingen sie durch ein Kopfballtor von Günter Fiskal mit 1:0 in Führung. Die TSG ließ sich aber von diesem Rückstand nicht aus dem Rhythmus bringen und wurde immer Spielbestimmender. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Golßen drängte auf den Ausgleich. Endlich war es dann soweit. Eine gelungene Aktion schloss Mittelstürmer Rohlfs mit platziertem Schuss ins lange Eck ab. Bei diesem Stand blieb es bis zum Ende der regulären Spielzeit. In der Verlängerung mobilisierten beide Mannschaften nochmals die letzten Kräfte, um die endgültige Entscheidung zu erzwingen. Dies gelang schließlich den TSG-Spielern, als im Nachschuss der eingewechselte Frank Lehmann den Kemlitzer Torwart ein zweites Mal überwand.

 

Überglücklich nahm Mannschaftskapitän Zehn aus den Händen des KFA-Vorsitzenden, Sportfreund Pollmann, den Pokal in Empfang.

 

Martin Lossak

Über die Erwartungen gut, schlug sich die TSG auch in den folgenden Bezirksrunden. Zuerst wurde Aufbau Lichterfeld (Pokalsieger im Kreis Finsterwalde) überraschend deutlich mit 4:0 (Tore: H. Popanda, Mehlan (2) und Zehn) nach hause geschickt.

 

In der 2. Runde am 23. August 1980 traf die TSG zu Hause auf die Bezirksklassenmannschaft von Aufbau Schlieben. Da das Spiel nach 90 Minuten noch immer 0:0 stand, musste die Verlängerung entscheiden. Zur Überraschung der zahlreichen Golßener Zuschauer konnten die Einheimischen Rot-Weißen konditionell voll mithalten und durch ein Tor von Mittelstürmer Rohlfs den erfahrenen Gegner schlagen.

 

Gegner in der 3. Bezirksrunde des FDGB-Pokals war Lok Falkenberg, eine weitere Bezirksklassenmannschaft. Golßen hatte wieder Heimvorteil. In der von Sportfreund E. Jungk gut geleiteten Begegnung konnte keine der beiden Mannschaften das Spiel an sich reißen. Ein einziges Tor durch den Mittelstürmer der Falkenberger entschied schließlich die Partie. Trotz des Ausscheidens ihrer Elf waren die zahlreichen Zuschauer mit der engagierten Spielweise ihrer Mannschaft zufrieden. Die Fußballer hatten mit dem Einzug in die 3. Bezirksrunde als Kreisklassenmannschaft immerhin mehr erreicht, als sie sich selbst und andere ihr zugetraut hatten.

 

Der Pokal fand, wie die zuvor errungenen Urkunden und Pokale, seinen Ehrenplatz im Vereinszimmer der Gaststätte Wassermühle. Nach Heimspielen auf dem nahe gelegen Sportplatz treffen sich dort die Mannschaftsmitglieder und diskutieren bei einer Cola oder einem Glas Bier noch einmal den Ablauf der vorangegangenen Fußballgeschehnisse.

 

Charakteristisch für die Saison 1980/81 war die Dominanz des Kreises Luckau in der Spielunion. Die 1. Mannschaft der TSG wurde hinter Lok Luckau und vor Traktor Kemlitz und der TSG Empor Dahme Zweiter. Beachtlich schlug sich auch Aufsteiger Einheit Drahnsdorf mit einem 6. Platz. Die 2. Mannschaft der TSG wurde Fünfter in der 2. Kreisklasse.

 

Die folgende Fußballsaison 1981/82 gehörte zu den schwächeren der TSG. Während Luckaus 1. Mannschaft der Aufstieg gelang, wurde die Golßener Erste nur Siebenter in der Spielunion. Die Zweite erreichte den 10. Platz. Auffällig in jener Saison war wieder einmal die Diskrepanz zwischen einigen Spielergebnissen.

 

Während gegen starke Mannschaften wie Luckau (2:1), Straupitz (3:1) und Groß Leuthen (3:1) Siege gelangen, wurden gegen schwächer eingeschätzte Mannschaften wie Schlepzig, Walddrehna und Schönwalde II Punkte abgegeben.

 

Festzuhalten aus dem Jahr 1982 ist noch die Übergabe der Kleinfeldsportanlage an der Wilhelm-Pieck-Oberschule. 1981 angelegt, dient sie neben der Sportausbildung der Golßener Schüler auch dem Volkssportfußball. Seit 1982 werden auf dem dazugehörigen Fußballplatz regelmäßig Spiele durchgeführt. Zu den jährlichen Kultur- und Sporttagen finden dort Kleinfeldfußballturniere mit Golßener und anderen Mannschaften aus der Umgebung statt.

 

Der Sportplatz an der Wassermühle wird nicht vernachlässigt. Viele Stunden werden alljährlich von den Fußballern dazu verwandt, die Anlage in einem guten Zustand zu erhalten. So wurden mit Unterstützung des Rates der Stadt Anfang der 80er Jahre Sanitäranlagen geschaffen. In den Jahren zuvor wurden Zuschauerbänke, eine neue Spielfeldabgrenzung und neue Tore aufgestellt. Darüber hinaus sorgten die Fußballer, allen voran K.-H. Fege, für die Pflege des Rasens.

 

Nach der relativ schwachen Saison 1981/82 ging es im folgenden Jahr in der 1. Mannschaft wieder aufwärts. Sie belegte den 4. Platz:

 

Ein bemerkenswertes Punktspiel jener Saison 1982/83 fand am 12. Dezember 1982 statt. Weniger das von der TSG mit 3:1 (Tore: Rose und A. Fege) gewonnene Spiel, als die damalige Aufstellung verdient hier Beachtung. Die TSG spielte mit Priebe (Luckau), L. Peters (Lübben), Walter (Zützen), Hönicke (Golßen), G. Popanda (Zützen), Dubrow (Berlin), Rohlfs (Berlin), B. Peters (Luckau), Krause (Jetsch), Rose (Berlin) und A. Fege (Berlin). Wie zu sehen, war in der Golßener Mannschaft lediglich ein „echter“ Golßener (Hauptwohnsitz). Alle anderen hatten zwar in Golßen mit dem Fußballspielen begonnen, wohnten aber in umliegenden Dörfern oder waren durch Beruf oder Familie in andere Orte verzogen. Durch ihre weitere Mitgliedschaft in der TSG und die damit notwendigen Fahrten zu den Spielen, brachten sie die Verbundenheit mit ihrer alten Sportgemeinschaft zum Ausdruck. Obwohl der zweite „echte“ Golßener, nämlich Mannschaftskapitän Zehn, damals wegen Verletzung fehlte, wäre es durchaus möglich gewesen, die Mannschaft ohne „echte“ Golßener aufzustellen.

 

Die 2. Mannschaft belegte in dieser Saison den 7. Platz. Sie  musste aber leider 1983 nach sechsjährigem Bestehen aufgelöst werden.

 

Im FDGB-Pokalwettbewerb des Kreises war die TSG 1983 wieder recht erfolgreich. Nach Siegen gegen Traktor Kemlitz (3:2), Empor Dahme II (4:3 n. V.) und Blau Weiß Kreblitz (2:0), hieß die Finalpaarung am 15. Mai TSG Golßen - ASG Walddrehna. Die Golßener ließen sich gleich zu Beginn durch zwei Tore überrumpeln und konnten nach einem Halbzeitstand von 3:0 für die ASG in der zweiten Halbzeit lediglich den Ehrentreffer erzielen. So gewann die ASG Walddrehna mit 3:1 den FDGB-Pokal. Zum Saisonabschluss organisierte, wie schon in den Jahren zuvor, die Mannschaft im Schützenhaus eine Feier. An ihr beteiligten sich auch die Ehefrauen und Freunde der Fußballer.

 

Der Start in die Fußballsaison 1983/84 verlief für die TSG alles andere als viel versprechend. Nach einer Reihe von Niederlagen war am 14. Spieltag mit einem Punktestand von 7:19 und dem verletzen Platz in der 1. Kreisklasse der Tiefpunkt erreicht. Dabei zeigte es sich, dass die jungen Spieler trotz guter Ansätze noch nicht immer in der Lage waren, die erfahrenen zu ersetzen. Außerdem trugen Verletzungen und ständige Veränderungen in der Mannschaftsaufstellung nicht zur notwendigen Stabilität bei.

 

Eine bessere Einstellung der Spieler brachte in der zweiten Halbserie die Wende. Mit den dabei erreichten 17:9 Punkten konnte immerhin noch der 9. Platz erkämpft werden. Zu Saisonbeginn wurde T. Peters Mannschaftskapitän. Er hatte wie auch andere junge Spieler zuvor in der Jugendmannschaft von Baruth gespielt. Als Mannschaftsführer löste er Manfred Zehn ab, der wegen Ableisten seines Reservedienstes mehrer Monate nicht spielen konnte und sich am 21. Spieltag leider das Schienbein brach. nach dieser verpatzen Saison wollte sich die Elf wenigstens durch gute Pokalspiele rehabilitieren. Nach einem Freilos und einem relativ leichten Sieg gegen Traktor Kasel-Golzig stand man am 12. mai 1984 im Halbfinale der stark verbesserten Mannschaft von Einheit Drahnsdorf gegenüber.

 

Diese Mannschaft hatte vorher so spielstarke Mannschaften wie Kaden/Duben und Vorjahressieger Walddrehna aus dem Pokalrennen geworfen. Ohne so wichtige Spieler wie Zehn und Hönicke machte die TSG in Drahnsdorf dennoch eines ihrer besten Spiele. Eine Verstärkung waren aber die wegen ihres Berliner Wohnsitzes nicht mehr ständig für Golßen spielenden fege, Rohlfs und Rose. Nach Toren von G. Popanda und H. Rohlfs endete das Halbfinale schließlich mit einem 2:0 Sieg für die TSG Golßen.

 

Eine Woche danach fand traditionell in Luckau das Finale um den FDGB-Pokal des Kreises statt. Gegner war die 1. Mannschaft von Traktor Kemlitz. Die TSG begann sofort recht stürmisch und ging noch in der Anfangsphase des Spiels durch T. Peters mit 1:0 in Führung. Nach dem überraschenden Ausgleich der Kemlitzer geriet für den Rest der ersten Halbzeit Sand ins Getriebe der Golßener. Erst mit Wiederbeginn wurde erneut zielstrebig gestürmt. Durch eine direkt verwandelte Ecke von U. Ziegler und einem verwandelten Handstrafstoß von G. Hönicke wurde schließlich ein jederzeit verdienter Sieg erspielt. So fand die Saison 1983/84 mit dem Gewinn des FDGB-Pokals für die TSG noch einen versöhnlichen Abschluss. Die Mannschaft trat in folgender Aufstellung zum Finale an: Priebe; Popanda, Rosemann, Hübner, Schmiedchen, Scholz, T. Peters, Rose, L. Peters (K.-H. Fege), Rohlfs (Hönicke), Ziegler.